Hybride Ansätze können die Lehrqualität verbessern

Screencasts ermöglichen es, auf verschiedene Lerntempos einzugehen

Mann im Aufnahmestudio bei einer Seminaraufzeichnung
  • Campus
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  • 20.07.2021
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  • Tanja Eisenach
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  • Lesedauer: 4 Minuten

Die beiden zurückliegenden Corona-Semester haben viel Flexibilität von Lehrenden und Studierenden gefordert. Für mich boten sie aber auch die Chance, alte Formate und Lehrinhalte zu überdenken und neue Konzepte zu erproben. Hybride Ansätze aus aufgezeichneten Sequenzen und Zoomsitzungen haben sich hierbei als Gewinn für die Lehre am Lehrstuhl für Praktische Informatik herausgestellt und aus meiner Sicht insgesamt zu einer Verbesserung der Lehrqualität geführt.

Was verstehe ich unter guter Lehre? ist eine Frage, die mir im Vorfeld dieses Beitrags gestellt wurde. Ich würde sie für mich so beantworten: Unter guter Lehre verstehe ich, für Studierende aller Leistungsniveaus Möglichkeiten zu schaffen, fachlich dazuzulernen und als Dozent die Möglichkeit anzubieten, bei Problemen und Fragen zu unterstützen. Bei Kursen um 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmern pro Semester, die wir beispielweise im Masterstudiengang International Software System Science betreuen, ist dies keine leichte Aufgabe. Zu Beginn des letzten Sommersemesters war dann in kürzester Zeit alles anders. Übungskonzepte, die sich in Präsenz als gelungen herausgestellt hatten, ließen sich nicht so einfach in den virtuellen Raum übertragen.

Lösungsansatz: Aufgezeichnete Panopto-Videos in Kombination mit wöchentlichen Frage- und Diskussionsterminen

Dank der Videoaufzeichnungen, die sich mehrfach ansehen lassen, gelingt es, verschiedene Lerntempos zu adressieren. Präsentationsfolien habe ich durch Screencasts (aufgezeichnet mit Panopto) ersetzt, die eine Einführung in Softwarewerkzeuge direkt ohne Zwischenmedium ermöglichen. Die dazugehörige Theorie vermittle ich direkt an Beispielen auf der Tonspur. Um mit den Studierenden in Kontakt zu treten und mit ihnen zu diskutieren, biete ich wöchentliche Supporttermine via Zoom an. Nach dem Theorieinput der Aufzeichnungen sind sie eine tolle Gelegenheit, miteinander in Austausch zu treten.Die größten Herausforderungen der Online-Lehre bestehen für mich darin, Kontakt zu den Studierenden aufzubauen und zu halten sowie einen kontinuierlichen Lernfortschritt anzuregen. Letzteres war auch im Präsenzbetrieb eine Herausforderung. Das größte Problem sehe ich aber im persönlichen Miteinander und Austausch, die einfach fehlen und unser Lehrstuhlleben vielfältig machen. Was bleibt nach Corona? Lehrvideos zu einigen Themen werden ein fester Bestandteil meiner Lehre bleiben. Ich habe sie als bereichernd empfunden und kann alle nur ermutigen, die Vorteile neuer, im Zuge der Pandemie erprobter Formate in die Post-Corona-Lehre mitzunehmen. Bei den Online-Terminen bin ich froh, wenn wir den Meetingraum endlich wieder mit dem Hörsaal tauschen können.

Erfahrungsaustausch erwünscht:

Wer eine Möglichkeit kennt oder sich darüber austauschen möchte, wie man die Beteiligung an den freiwilligen, wöchentlichen Online-Terminen erhöhen kann, kann mich gerne per Mail kontaktieren. Überdies stehe ich gerne für Rückfragen zur Verfügung: johannes.manner(at)uni-bamberg.de

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Seite 147783, aktualisiert 18.03.2022