Internationale Sommer-Universität startet mit 31 Teilnehmer*innen aus aller Welt

Im Fokus der 42. Internationalen Sommer-Universität: Tiere in der deutschen Literatur, Kultur und Gesellschaft.

Gruppenfoto von den Teilnehmer*innen der Sommeruniversität 2022
  • Campus
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  • 05.08.2022
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  • Hannah Fischer
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  • Lesedauer: 5 Minuten

Tiere stehen seit jeher mit Menschen in Beziehung – sie sind etwa Jagdbeute, werden als Bedrohung gesehen, liefern Nahrung und Rohstoffe, sie helfen dem Menschen oder sind seine Gefährten. Menschen haben sich dementsprechend auch denkerisch, naturwissenschaftlich und künstlerisch mit Tieren befasst. Unter dem Titel „Die Deutschen und das liebe Vieh“ richtet sich der Fokus der 42. Internationalen Sommer-Universität heuer auf Tiere in der deutschen Literatur, Kultur und Gesellschaft, sowohl in der Geschichte als auch der Gegenwart. In der Literatur sind Tiere auf unterschiedliche Weise präsent – als Symbole, Akteur*innen oder als Erzähler*innen. Das Wissen und die Vorstellungen von Tieren spiegeln sich darüber hinaus in der deutschen Sprache wider, zum Beispiel in zahlreichen Redewendungen oder Tiermetaphern und -vergleichen: So „fängt der frühe Vogel den Wurm“, man fühlt sich „mopsfidel“ oder „pudelwohl“.

Margherita Nardi ist zum 25. Mal dabei

Bei der Auftaktveranstaltung der Internationalen Sommer-Universität am Mittwoch, 3. August, kamen die 31 Teilnehmer*innen aus 14 Ländern, darunter zum Beispiel Ghana, Indonesien, Spanien oder die USA, erstmals zusammen. Manche von ihnen sind zum ersten Mal dabei, andere zieht es immer wieder nach Bamberg. Teilnehmerin Margherita Nardi aus Vicenza in Italien feiert sogar ein Jubiläum: Zum 25. Mal nimmt sie an der Internationalen Sommer-Universität teil – 1993 war sie erstmals in der Welterbestadt. „Ich hatte damals sofort das Gefühl, dass Bamberg und die Sommer-Universität mein Platz sind“, sagt sie. Sie sei sowohl von den Dozierenden als auch der Bevölkerung Bambergs freundlich aufgenommen worden. Über die Jahre habe sie zahlreiche Freundschaften mit Einheimischen und Gästen knüpfen können. „Früher gab es eine Gruppe von Kursteilnehmern, die jedes Jahr zur Sommer-Universität nach Bamberg gekommen sind. Wir haben uns damals die ‚Bamberger Hexen‘ genannt“, sagt sie und lacht. Bei der Sommer-Universität gefällt ihr besonders, dass sie so viele Menschen aus ganz unterschiedlichen Teilen der Erde kennenlernen kann, ohne eine Weltreise machen zu müssen.

Seminare, Vorträge und Exkursionen bei der Sommer-Universität

Bei der Auftaktveranstaltung stellte das Organisationsteam der Sommer-Universität das Programm vor. Geleitet wird das Team von Dr. Denise Dumschat-Rehfeldt, Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Literaturvermittlung, und Dr. Andreas Weihe, Leiter des Akademischen Auslandsamts. Den inhaltlichen Schwerpunkt der Sommer-Universität bilden Literatur-, Kultur- und Landeskundeseminare, die sich etwa beschäftigen mit Tierfabeln in Geschichte und Gegenwart, mit Tierethik in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur oder mit besungenen und singenden Tiere in deutschen Liedern. Daneben erwarten die Teilnehmer*innen Vorträge und Exkursionen, wie etwa in den Nürnberger Tiergarten oder nach Weimar mit Besuch des Goethe-Hauses und des Bauhaus-Museums. Studentische Tutor*innen bieten darüber hinaus Ausflüge und Unternehmungen in Bamberg und Umgebung an. So beschäftigen sich die Teilnehmer*innen bei der Sommer-Universität nicht nur mit Literatur, Kultur und Sprache vom Mittelalter bis zur Gegenwart, sondern auch mit der Geschichte Deutschlands und der Welterbestadt Bamberg. Sie erleben die deutsche Kultur und können ihre sprachlichen Fertigkeiten weiterentwickeln. Kurzum: Die Teilnahme an der Sommer-Universität ist bestimmt nicht für die Katz.

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