Hans-Böckler-Stiftung fördert neues Promotionskolleg

Rund 1 Million Euro für Forschung zu Arbeitsqualität und Machtressourcen

  • Forschung
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  • 15.09.2026
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  • Hannah Fischer

Die Hans-Böckler-Stiftung fördert an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg ein neues Promotionskolleg zum Thema „Arbeit: Qualität und Machtressourcen“. Für die erste Förderphase stellt die Stiftung insgesamt rund eine Million Euro zur Verfügung; Damit stärkt sie die Arbeits- und Ungleichheitsforschung an der Universität sowie die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in einem gesellschaftlich hochrelevanten Forschungsfeld. Das Promotionskolleg umfasst künftig acht Promotionsstipendien mit einer Laufzeit von jeweils drei Jahren sowie eine Postdoktorandenstelle für viereinhalb Jahre. Die Stipendien werden voraussichtlich ab dem Wintersemester 2026/27 ausgeschrieben. 

„Die Bewilligung des Promotionskollegs ist ein großer Erfolg für die Universität Bamberg. Sie ist eine Anerkennung der langjährigen, strategisch in den letzten Jahren weiter ausgebauten Expertise eines außerordentlich aktiven und erfolgreichen Clusters Bamberger Forschender im Bereich Arbeit und soziale Ungleichheit“, sagt Prof. Dr. Thomas Saalfeld, Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs. „Besonders freut mich, dass die Mittel der Weiterqualifikation Forschender im Frühstadium ihrer Laufbahn dienen. Mit den acht Promotionsstipendien und der Integration des Kollegs in die Bamberg Graduate School of Social Sciences schaffen wir hervorragende Bedingungen für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sich in einem exzellenten Forschungsumfeld unter Anleitung herausragender Expertinnen und Experten weiterzuentwickeln und zentrale Fragen zur Zukunft der Arbeitswelt zu bearbeiten.“ 

Arbeitsqualität und Mitbestimmung im Wandel

Im Mittelpunkt des Kollegs stehen die Ursachen und Folgen unterschiedlicher Arbeitsbedingungen sowie die Möglichkeiten von Beschäftigten, ihre Interessen zu vertreten. Die Forschenden untersuchen unter anderem Arbeitsplatz- und Beschäftigungssicherheit, Entlohnung, Qualifizierungsmöglichkeiten, Arbeitszeitautonomie, Gesundheitsschutz und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Gleichzeitig analysieren sie die Machtressourcen von Beschäftigten – etwa durch Qualifikationen, Gewerkschaften, Betriebs- und Personalräte oder gesetzlich verankerte Mitbestimmungsrechte.

„Die Forschung des Kollegs reagiert auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen. Digitalisierung, demografischer Wandel, ökologische Transformationen und geopolitische Veränderungen wirken sich auf Arbeitsmärkte und betriebliche Strukturen aus“, erläutert Prof. Dr. Katja Möhring, Professorin für Soziologie mit Schwerpunkt Familie und Arbeit und Sprecherin des Promotionskollegs. Das Promotionskolleg fragt daher, wie sich diese Entwicklungen auf die Qualität von Arbeit auswirken und welche Faktoren Mitbestimmung und Teilhabe stärken oder schwächen.

„Gute Arbeitsbedingungen und wirksame Mitbestimmung sind entscheidend für gesellschaftlichen Zusammenhalt und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Wir wollen besser verstehen, welche individuellen, betrieblichen und gesellschaftlichen Voraussetzungen dazu beitragen, Arbeitsqualität und Handlungsmöglichkeiten von Beschäftigten nachhaltig zu verbessern“, erklärt Prof. Dr. Olaf Struck, Professor für Arbeitswissenschaft und Sprecher des Promotionskollegs.

Starke Partnerschaften für exzellente Forschung

Für die Forschung kann das Kolleg auf eine breite wissenschaftliche Expertise an der Universität Bamberg sowie auf ein starkes Netzwerk von Partnerinstitutionen zurückgreifen. Beteiligt sind Forschende aus den Bereichen Arbeitsmarkt-, Arbeits- und Ungleichheitsforschung, Bildungs- und Lebensverlaufsforschung sowie Sozialpolitik. Das Kolleg kooperiert zudem eng mit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sowie dem Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi). Darüber hinaus ist eine Zusammenarbeit mit dem DGB-Index „Gute Arbeit“ vereinbart. Die Kooperationen ermöglichen den Zugang zu umfangreichen Forschungsdaten und fördern den Austausch mit Akteurinnen und Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik.

Die Promovierenden werden Mitglied der Bamberg Graduate School of Social Sciences (BAGSS), die hervorragende Bedingungen für die strukturierte Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses bietet. Durch die Einbindung in die BAGSS profitieren sie von einem interdisziplinären Forschungsumfeld, einem breiten Qualifizierungsangebot und dem Austausch mit Promovierenden aus den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Mit dem neuen Promotionskolleg stärkt die Universität Bamberg ihren Forschungsschwerpunkt „Empirische Sozialforschung zu Bildung und Arbeit“ und vertieft die Zusammenarbeit mit ihren langjährigen Partnerinstitutionen. Das Kolleg schafft hervorragende Bedingungen für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und unterstreicht die herausragende Stellung Bambergs in der Arbeits-, Arbeitsmarkt- und Ungleichheitsforschung.

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Seite 177974, aktualisiert 15.09.2026